Operation bei Tendovaginitis de Quervain in Norden
Bei der Tendovaginitis de Quervain sind die Sehnenfächer auf der Daumenseite des Handgelenks verengt. Bleiben Schmerzen und Bewegungseinschränkungen trotz nicht operativer Behandlung bestehen, kann eine operative Erweiterung des ersten Strecksehnenfachs die betroffenen Sehnen mechanisch entlasten.
Tendovaginitis de Quervain: Krankheitsbild und Beschwerden
Zwei Daumensehnen – Abductor pollicis longus und Extensor pollicis brevis – verlaufen am speichenseitigen Handgelenk durch das erste Strecksehnenfach. Ist die umgebende Sehnenscheide verdickt oder der Kanal zu eng, gleiten die Sehnen nur erschwert. Typisch sind belastungsabhängige Schmerzen auf der Daumenseite, besonders beim Greifen, Tragen und Bewegen des Daumens.
- Schmerzen auf der Daumenseite des Handgelenks.
- Beschwerden beim Greifen, Tragen oder Öffnen von Gefäßen.
- Druckschmerz über dem ersten Strecksehnenfach.
- Mitunter Schwellung oder Reiben im Sehnenverlauf.
- Daumenbewegungen können schmerzhaft eingeschränkt sein.
- Die Beschwerden können in Daumen oder Unterarm ausstrahlen.

Diagnose
Die Diagnose ergibt sich meist aus Beschwerdebild und Untersuchung. Dabei werden Druckschmerz, Daumen- und Handgelenksbewegung sowie die Funktion der Sehnen geprüft. Provokationstests können den Verdacht stützen. Bei unklarem Befund kann Ultraschall helfen, Sehnen und Sehnenfach darzustellen und andere Ursachen abzugrenzen. Weitere Informationen finden Sie im Bereich Hand und Handgelenk.
Die Operation bei Tendovaginitis de Quervain
Ablauf
Vor dem Eingriff werden Schmerzort und betroffene Seite nochmals geprüft. Die geeignete Betäubungsform wird individuell festgelegt; bei kleinen Handoperationen kann eine örtliche Betäubung infrage kommen.
Über einen kleinen Hautschnitt an der Daumenseite des Handgelenks wird das erste Strecksehnenfach dargestellt. Oberflächliche Nervenäste werden geschont. Das Dach des Sehnenfachs wird längs geöffnet; vorhandene Unterteilungen werden berücksichtigt, damit beide betroffenen Sehnen ausreichend Raum erhalten.
Anschließend wird das freie Gleiten der Sehnen kontrolliert. Nach Kontrolle des Operationsgebietes wird die Haut verschlossen und ein schützender Verband angelegt. Der Eingriff gehört zum Spektrum unserer ambulanten Operationen.
- Individuelle Operationsplanung und Betäubung.
- Kleiner Zugang am daumenseitigen Handgelenk.
- Schonung oberflächlicher Nervenäste.
- Längseröffnung des ersten Strecksehnenfachs.
- Kontrolle beider Daumensehnen und ihres Gleitens.
- Wundverschluss und schützender Verband.

Nachsorge und Heilung
Nach dem Eingriff sollte das Handgelenk zunächst geschont und möglichst hochgelagert werden. Finger und Daumen werden nach ärztlicher Anleitung vorsichtig bewegt. Wundkontrolle, Verband und Belastungsaufbau richten sich nach dem individuellen Befund.
Kräftiges Greifen, Tragen und wiederholte Daumenbewegungen sollten vermieden werden, bis Wunde und tiefere Gewebeschichten ausreichend stabil sind. Bei zunehmender Rötung, Schwellung, Schmerzen oder Gefühlsstörungen ist eine zeitnahe Kontrolle sinnvoll.
Das mechanische Ziel ist ein dauerhaft erweiterter Gleitweg. Wundempfindlichkeit, Schwellung oder Reizung oberflächlicher Nervenäste können vorübergehend bestehen; der Verlauf ist individuell.

Direkt nach der Operation ist die Haut verschlossen; die Sehnen sind durch das geöffnete Sehnenfach entlastet.

Im verheilten Zustand bleibt der Gleitweg erweitert, während die Narbe weiter ausreift.
Häufig gestellte Fragen zu Operation bei Tendovaginitis de Quervain.
1. Wann wird eine Operation erwogen?
Wenn Beschwerden trotz geeigneter nicht operativer Behandlung anhalten, die Funktion deutlich beeinträchtigt ist und Untersuchung sowie Befund zur Diagnose passen.
2. Welche Struktur wird geöffnet?
Geöffnet wird das Dach des ersten Strecksehnenfachs. Die darin verlaufenden Daumensehnen werden nicht durchtrennt.
3. Kann die Erkrankung mehrere Sehnenkammern betreffen?
Im ersten Strecksehnenfach können anatomische Unterteilungen vorkommen. Sie werden beim Eingriff berücksichtigt, damit die betroffenen Sehnen ausreichend entlastet sind.
4. Wann darf ich Daumen und Hand wieder bewegen?
Vorsichtige Bewegung erfolgt nach ärztlicher Anleitung. Belastung und kräftiges Greifen werden abhängig von Wundheilung und Beschwerden schrittweise gesteigert.
5. Verschwinden die Schmerzen sofort?
Die mechanische Enge ist nach der Freigabe beseitigt. Gereizte Sehnen, Weichteile und die Operationsnarbe können jedoch noch Zeit zur Erholung benötigen.
